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Im E-Payment zählt die Vielfalt
Die zunehmende Internationalisierung im E-Commerce führt zu komplexeren Anforderungen im elektronischen Zahlungsverkehr. Der Online-Markt von heute und morgen erwartet nicht nur eine sichere Abwicklung von Transaktionen, wie wir es aus dem klassischen Netzbetrieb im Card-Present-Geschäft kennen. Vielmehr kommt es darauf an, dass der Payment Service Provider (PSP) sein Metier durch und durch kennt und immer up to date ist. Er muss Weiterentwicklungen der Funktionalitäten und Services in der Geschwindigkeit erkennen und umsetzen, wie sich der Markt bewegt.
Die traditionellen Zahlungsanbieter sind in diesem Cross-Country-, Multi-Language- und Multi-Currency-Umfeld eigentlich überfordert. Nur wenige PSPs können heute einen Händler sowohl lokal als auch international effektiv begleiten. Darüber hinaus positionieren sich neue, ganz anders aufgestellte Unternehmen verstärkt im Zahlungsverkehr. Beispiele sind Amazon Payment, Google oder Paypal. Die Rolle der Banken in der Payment-Abwicklung im Endkundengeschäft wird sich perspektivisch eher auf Clearing- und Akzeptanzservices beschränken. Die Frage ist, ob einzelne Banken sich einem neuen Kooperationsmodell mit Spezialisten im E-Payment öffnen werden. Die deutsche Kreditwirtschaft hat es leider bis heute nicht geschafft, sich auf eine gemeinsam unterstütze Zahlungslösung für den Onlinehandel zu einigen. Giropay ist hier sicherlich ein guter Ansatz, erreicht aber bis heute keine ähnliche Akzeptanz und Verbreitung wie das vergleichbare Produkt iDeal in den Niederlanden. Schade eigentlich!
Besonders innerhalb Europas ist es wichtig, die optimalen Zahlungsmöglichkeiten für jeden einzelnen Markt anzubieten. Der länderspezifische Payment-Mix entscheidet über den Erfolg. Gerade für die großen Retailer, die vermehrt in den internationalen E-Commerce einsteigen, sind die klassischen Zahlungsarten unzureichend. Es kommt jedoch nicht nur auf die Zahlungsarten an, sondern auch auf die Anbindungen, die ein PSP an die diversen Acquirer hat. In der komplexen Welt der Acquirer muss ein Zahlungsdienstleister seine Händler kompetent beraten können. Aus Kundensicht ist auch ein White-Label-Ansatz wichtig: Die Payment-Funktionalitäten müssen sauber in den Auftritt des Onlineshops integriert werden. Das Look-and-Feel des Händlers darf nicht durch den Zahlungsprozess gestört werden.
Ein weiterer Trend im Payment-Markt ist die Konvergenz von Zahlungsabläufen und Zahlungsmethoden in der Online- und der Offline-Welt. Zahlungsverfahren, die auf Debitkarten oder Rechnungskauf basieren, werden verstärkt für die Anwendung im E-Commerce weiterentwickelt. Dabei sollen die Händler ihr Produktangebot stärker mit den passenden Zahlungsmethoden verbinden können, um Konversionsrate, Zahlungsgarantie und flexible Zahlungsmodalitäten stärker an die Gewohnheiten und Wünsche der Konsumenten anzupassen.
Innovative PSPs befassen sich auch mit Mobile Payment. Die Entwicklungen auf der Smartphone-Seite sowie das sich verändernde Konsum- und Bezahlverhalten jüngerer Generationen werden neue Anforderungen an die Zahlungsdienstleister stellen. Andere Entwicklungen im App-Kontext lassen erkennen, dass die spezifische Anwendungen auch im Payment-Sektor immer mehr Einzug halten. Die Entwicklung von Apps, die das iPhone zum POS-Terminal mutieren lassen, ist hier sicherlich nur die Spitze des Eisbergs, der in den nächsten Jahren auftauchen wird. Der Trend zu Payment-Apps wird verstärkt durch die Einführung von Zahlungslösungen in Social Networks.
Wir können derzeit eine Vielzahl von Entwicklungen im Online-Payment-Markt beobachten. Dieser Markt bietet viel Raum für Innovation. Mit den fortschreitenden technischen Möglichkeiten werden sich die Geschäftsmodelle im E-Commerce weiterentwickeln. Diese neuen Modelle stellen neue Anforderungen an Payment Services und haben das Potenzial, den Zahlungsmarkt und die Marktteilnehmer nachhaltig zu verändern – vorausgesetzt, diese sind bereit für diese Veränderung.
Marcus W. Mosen ist Chief Commercial Officer beim Payment Service Provider Ogone, der für über 25.000 Onlineshops in 40 Ländern den Zahlungsverkehr abwickelt. Ogone deckt mehr als 40 internationale und nationale Zahlungsmethoden ab.